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- IPSAS vs. kommunale Doppik: Vergleich zwischen den internationalen und nationalen Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor
Wirtschaftswissenschaften
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Verlag:
Bachelor + Master Publishing
Imprint der Bedey & Thoms Media GmbH
Hermannstal 119 k, D-22119 Hamburg
E-Mail: info@diplomica.de
Erscheinungsdatum: 01.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 72
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
In der vorliegenden Studie soll erörtert werden, welche Vorteile die IPSAS gegenüber dem NKF besitzen. Dazu wird untersucht, inwiefern die IPSAS in der Lage sind, die Rechnungslegungsziele des NKF umzusetzen oder ob sie diesbezüglich überhaupt konkurrenzfähig sind. Da öffentliche Einheiten regelmäßig einen bilanziell hohen Anteil an Sachanlagevermögen haben, wird das Augenmerk auf die Vorschriften zum Sachanlagevermögen gelegt. Zuallererst werden die wesentlichsten Vorschriften des NKF sowie der IPSAS zum Sachanlagevermögen zusammengefasst und dargestellt. Dadurch soll ein grober Vergleich von IPSAS und NKF ermöglicht werden. Die Vorschriften der IPSAS entsprechen dem Stand 2008 aus der bisher einzigen autorisierten Übersetzung ins Deutsche von der KPMG. Im Anschluss an die Darstellung der jeweiligen Vorschriften werden die wesentlichsten Unterschiede zu den zugrunde liegenden Referenzmodellen herausgearbeitet. So wird der Grad der Orientierung veranschaulicht. Beide Referenzmodelle verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze der Rechnungslegung. Inwiefern sich dies auch in den Vorschriften für den öffentlichen Sektor widerspiegelt, soll aufgezeigt werden. Im letzten Abschnitt werden dann beide Rechnungslegungskonzeptionen für den öffentlichen Sektor erläutert und deren unterschiedliche Grundausrichtungen dargestellt. In einer anschließenden Diskussion wird der wesentlichste Unterschied der IPSAS zum NKF herausgearbeitet und Bezug auf die o.g. Zielstellung der Arbeit genommen.
Textprobe: Kapitel 3.2.1, Zugangsbewertung: 3.2.1.1, AHK-Modell: Gemäß IPSAS 17.14 werden Sachanlagen zu ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert. Zu den Anschaffungskosten gehören der Kaufpreis abzüglich aller Anschaffungspreisminderungen, die Kosten der Instandsetzung und die erstmalig geschätzten Abbruchkosten. Grundsätzlich gilt, dass nur Einzelkosten und unechte Gemeinkosten einbezogen werden dürfen. Unechte Gemeinkosten können dem Anschaffungs- und Herstellungsprozess direkt zugeordnet werden. Über geeignete Verrechnungsschlüssel (im Rahmen der KLR) werden sie entsprechend aufgeteilt. Unter bestimmten Bedingungen dürfen auch Zinsen mit einbezogen werden. Die Erfassung der Kosten endet grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, in dem sich die Sachanlage in betriebsbereitem Zustand befindet. Ebenfalls ist auch nachträglicher Herstellungsaufwand aktivierungsfähig, da der zukünftige ökonomische Nutzen, der einem Unternehmen zufließt, ein Ansatzkriterium darstellt. Demnach ist der Aktivierungsansatz aus IPSAS 17.14 nicht vergangenheitsbezogen. Der Herstellungsaufwand ist vom üblichen Erhaltungsaufwand abzugrenzen. Erhaltungsaufwand wird laut Standardsetter als laufende Unterhaltungsaufwendung definiert, die die dazugehörigen Einzelkosten (Lohn- und Materialkosten) sowie kleinere Ersatzteile einschließen. Ersatzteile müssen in regelmäßigen Abständen ersetzt werden. Als Herstellungsaufwand werden ‘größere Inspektionen ohne konkreten Reparaturbedarf’ definiert. Maßnahmen die einen Herstellungsaufwand begründen sind: kapazitätserweiternde Maßnahmen, Maßnahmen, die eine Nutzenverlängerung zur Folge haben, und Maßnahmen, die eine substanzielle Verbesserung der Qualität herbeiführen. Für selbst erstellte Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens gelten die gleichen Ermittlungskriterien für die Herstellungskosten. Werden diese aber zum Verkauf hergestellt, sind die Herstellungskosten nach IPSAS 12 ‘Vorräte’ zu ermitteln. Diesbezüglich entsprechen die Herstellungskosten den Produktionskosten. Interne Gewinne dürfen nicht in die Herstellungskosten einbezogen werden. 3.2.1.2, Erfassung zu Zeitwerten: Gemäß IPSAS 17.27 darf der Bilanzierende vom AHK-Modell für die Zugangsbewertung abweichen, wenn die Transaktion keine zurechenbare Gegenleistung besitzt. In dem Fall darf der Vermögensgegenstand zum tatsächlichen Wert angesetzt werden. Ein Beispiel für eine solche Transaktion wäre der Erwerb eines Vermögensgegenstandes im Rahmen einer Zwangsvollstreckung. Dieses ‘Ausweichrecht’ der IPSAS steht im Kontrast zu den Vorschriften des Referenzmodells. In den IAS/IFRS wird im Rahmen der Erfassung von Sachanlagevermögen lediglich das AHK-Modell erlaubt. Der ‘tatsächliche Wert’ wird auch unter dem Begriff des ‘Fair Value’ subsumiert. Dieser Wert basiert auf der Annahme einer fiktiven Transaktion zwischen zwei tauschwilligen, informierten und unabhängigen Personen. Der ‘tatsächliche Wert’ gleicht demnach dem Marktwert bzw. dem Verkehrswert und kann über alle sachgerechten Bewertungsverfahren ermittelt werden. Zu bedenken ist jedoch, dass der Marktpreis für eine Vielzahl an Vermögensgegenständen nicht so einfach zu ermitteln ist (bspw. Spezialmaschinen, Spezialgebäude). Deshalb kommt im Rahmen der Bewertung nach Fair Value eine Vielzahl unterschiedlicher Bewertungsmethoden in Betracht und im Zweifelsfall können verschiedenen Methoden auch zusammen angewandt werden. Dies ist zwar notwendig um einen hinreichend marktkonformen Wert ermitteln zu können, dennoch dürfte dies Nachteile hinsichtlich der Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Bewertung von Sachanlagevermögen mit sich bringen.
Matthias Arzt, geboren 1984 in Wolfen (Sachsen-Anhalt), erwarb an der Waldorfschule Halle Saale seinen erweiterten Realschulabschluss und anschließend die Fachhochschulreife an der August-von Parzeval-Berufsschule in Bitterfeld. Zwei Jahre später begann er sein Studium an der Fachhochschule Nordhausen, welsches er erfolgreich als Bachelor of Arts in Public Management abschloss. Grundlage für diese Arbeit waren die Erfahrungen im öffentlichen Sektor, die er in der Stadt Halle Saale sowie der Stadt Leipzig (NKF-Projekt) gesammelt hatte.
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